Geschichte

Die Geschichte der Komierowski Familie, das Wappen Pomian aus Komierowo, reicht bis in die Zeit des tschechischen Ritters Sobiesław Bossuta zurück, der als Ahnherr der Familie gilt. Die Familienchroniken teilen mit, dass er Mitglied des Gefolges von der tschechischen Prinzessin Dubrawka war, die Ehefrau des polnischen Herzogs Mieszko I war.

Dieser Ritter erhielt für seine Verdienste um den Prinzen große Ländereien in Pommern, die heute als Komierowo und Włościbórz bekannt sind. Seitdem lebte die Familie Komierowski ununterbrochen seit fast tausend Jahren in Komierowo. Die Nachkommen des Ritters Bossuta nahmen schließlich den Ortsnamen an, die sie bewohnten. Damit machten sie Komierowo zum Hauptwohnsitz des Geschlechtes, der, als einer der zwei Ältesten in Polen, fast zehn Jahrhunderte im Besitz einer Familie blieb.

Jahrhunderte vergingen, und die Komierowski Familie aus Komierowo erweiterte ihre Besitztümer und politischen Einflüsse, die immer weiter außer der Grenzen ihres Hauptwohnsitzes griffen. Im Jahre 1763 teilt Franciszek Komierowski das riesige Familieneigentum auf und trägt so zur Aufteilung der Familie in die pommerschen und die masowischen Zweige bei.

Kościuszko-Aufstand, die Wahl des Königs August II., des Königs Stanislaus I. Leszczyński und des Königs Stanislaus II. August Poniatowski, Novemberaufstand … all diese wichtigen Ereignisse in der Geschichte Polens sind untrennbar mit den Komierowskis und indirekt mit dem Palast in Komierowo verbunden.

Im 19. Jahrhundert wurde der Name der Familie Komierowski durch Roman, der Herr von Komierowo und Nieżychów, berühmt gemacht. Polnischer Rechtsanwalt, Politiker, Reichstagsabgeordneter und ein Abgeordneter von Preußischem Landtag, geheimer Kammerherr von Papst Leo XIII., der dem Komturkreuz des Ordens Polonia Restituta ausgezeichnet wurde, besiegelte die Rolle der Familie in der Geschichte unseres Landes.

In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, als Tomasz Komierowski das Oberhaupt der Familie war, erstreckte sich das Eigentum des Palasts über eine Fläche von fast 1.300 ha. Der Palast wurde am Ende der 1930er Jahre umgebaut und war damals von Tomasz Komierowski und Róża Zamoyska bewohnt.

Die Komierowskis verloren ihr Eigentum erst während des Zweiten Weltkriegs. Der damals tobende Flächenbrand in Europa, der von der Hitlers Regierung ausgelöst wurde, unterbrach brutal fast zehn Jahrhunderte der Herrschaft der Familie über Komierowo. Der Palast und die dazugehörigen landwirtschaftlichen Gebäude dienten damals als provisorisches Lager für von den Deutschen internierte Polen. Wertvolle Ausrüstung und Kostbarkeiten des Palasts wurden damals von dem Besatzer weggenommen.

Die Palastbibliothek, jahrhundertealte Akten des Eigentums, eine Sammlung von Familienporträts, die bis ins fünfzehnte Jahrhundert zurückreichte … alles ist unwiederbringlich verloren gegangen.

Die neue Ordnung der Volksrepublik Polen nach dem Krieg schien auch die Nachkommen der Familie Komierowski für immer von ihrem jahrhundertealten Wohnsitz zu trennen.

Der letzte Vertreter des pommerschen Zweigs der Familie – Andrzej Komierowski – starb 1994 ohne Nachkommen. Seine Geschichte wurde unter anderem auf der Website www.komierowscy.pl dank der Hilfe der J. Iwaszkiewicz Stadtbibliothek in Sępólno Krajeńskie vorgestellt. Der Palast, ein Rückhalt jahrhundertealter Tradition und Geschichte, wurde 1997 der Familie Komierowski zurückgegeben und öffnete mehr als ein Dutzend Jahre später seine Pforten all denen, die im einundzwanzigsten Jahrhundert nach Erleichterung vom Alltag suchen.