METAMORPHOSEN DES PALASTS

Am Anfang war es ein befestigtes Herrenhaus, das 1656 niedergebrannt wurde.

1680 baute Piotr Komierowski anstelle des Herrenhauses ein einstöckiges Herrenhaus im Barockstyl.

Die folgenden Jahrhunderte vergingen, und die Familie Komierowski aus Komierowo erweiterte allmählich ihren Gütern und ihren politischen Einfluss, der immer weiter über die Grenzen ihres Hauptwohnsitzes hinausging.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert baute Roman Komierowski das barocke Herrenhaus nach dem Entwurf von Wiktor Stabrowski in einen Palast im pseudogotischen Stil um.

Nach dem Tod von Roman Komierowski wurde das Gut von seinem Sohn Tomasz geerbt, der in den Jahren 1924-1929 den Palast nach dem Entwurf des Architekten Adam Ciborowski im neobarock-klassizistischen Stil erweiterte. 

Der letzte Herr in Komierowo, Tomasz, wurde im September 1939 von den Deutschen erschossen, und das Dritte Reich verwandelte den Palast in seinen Sitz und blieb dort bis zur russischer Teilung Polens.

Die seit dem 15. Jahrhundert sorgfältig gesammelten Palastsammlungen, die Bibliothek und die Sammlung von Familienporträts blieben vom Krieg nicht verschont.

In den Nachkriegsjahren hatte der Palast verschiedene Funktionen: ein Arbeitszentrum für Gefangene, ein Lagerhaus, das Hauptquartier staatlicher Landwirtschaftsbetriebe, ein Zentrum für Jugendreitlager.

Tomasz Komierowski
Tomasz Komierowski

kehrte 1991 in seine Heimat zurück, als das Gesetz über die Rückgabe von Eigentum an rechtmäßige Eigentümer in Kraft treten sollte. Leider wurde das Gesetz nie Wirklichkeit und verbrachte Andrzej (der 5. von links) mit seiner Frau Janina Komierowska (die 1. von links) die letzten Jahre seines Lebens in Sępólno Krajeński. Er starb 1994 in Bydgoszcz. Nach seinem Wunsch wurde er auf dem Friedhof in Komierowo beigesetzt.

Im Jahr 2003 wurde der Palast vom masowischen Zweig der Familie aus der Staatskasse gekauft.

Park und Natur

Der Palast wurde zerstört und seine anderen Elemente, wie das Dach oder die Dachrinnen, wurden regelmäßig von lokalen Dieben geplündert und devastiert.

Viele Jahre lang versuchte die Familie, vom Staat finanzielle Unterstützung für den Wiederaufbau des Palastes zu erhalten, erhielt diese jedoch nie.

Die Renovierung des Palastes wurde von der Familie Komierowski ohne staatliche Hilfe vollständig aus eigenen Mitteln finanziert.

Fast fünfhundert Jahre Geschichte von der Residenz in Komierowo wurde von stummen Zeugen beobachtet. Das sind die Stieleiche (Quercus robur), die den Palast umgeben und Naturdenkmal sind. Die älteste von ihnen stammt aus der Zeit, als die Familie den Namen „Komierowscy“ annahm, was im 15. Jahrhundert stattfand.

Viele der jahrhundertealten Bäume, die um den Palast wachsen, sind ein Relikt der wilden Landschaft, die die ehemalige Ritterburg umgibt. Ähnlich wie der Hauptsitz der Familie Komierowski wurde seine Umgebung im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt. Meist waren dies Änderungen, die parallel zur Modernisierung des Hauptwohngebäudes durchgeführt wurden.

Deshalb auch im Park können Sie zum Beispiel auch Linden und Eichen finden, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gepflanzt wurden, als die ehemalige Ritterburg zu einem kleinen Barockschloss wurde. Die nächsten Generationen verwandelten den Schlosspark und erweiterten ihn ständig. Im 19. Jahrhundert wurde es in einen riesigen Naturpark umgewandelt. Die Lage der alten Bäume zeigt, dass der Schlosspark fast im gesamten 19. Jahrhundert weiteren Veränderungen unterworfen wurde, was den damals vorherrschenden Trends der Gartenkunst entsprach. Die größte Intensität der Veränderungen fand jedoch 1896 statt, als Roman Komierowski den Umbau des Barockschlosses finanzierte. Zu dieser Zeit entstand ein romantisches Anwesen, das von einer weitläufigen Parkanlage eingerahmt wurde, die sich harmonisch mit der umgebenden Landschaft verbindet. Die natürlichen Vorzüge des Ortes, wie Topografie oder jahrhundertealter Baumbestand, spielten die erste Geige und drängten das geplante Konzept der Parkanlage auf, wodurch es zu einem der einzigartigsten naturalistischen Parks in Polen wurde.

Roman Komierowski, der die deutschen Residenzen und die umliegenden Gärten gesehen hatte, übertrug die klassischen Lösungen aus den preußischen Gärten in die Umgebung des Palastes: Eine von den Lösungen war beispielsweise die Lage von der Blutbuche (Fagus sylvatica ‚Atropurpurea‘), die gerade an der südöstlichen Ecke des Palastes gepflanzt wurde. Durch den 17 ha großen Park wurde ein Kaskadenmuster ausgedehnter Teiche geführt. Zusammen mit jahrhundertealten Stieleichen (Quercus robur) bestimmten sie die Grenzen der weitreichenden Parkinneren. Die Größe dieser Parkinneren, die Weite der Teiche, was den Eindruck von Geräumigkeit verstärkte, die Größe von mehreren hundert Jahre alten Bäumen … alle diesen Sachen aus der Landschaft zeugten von dem Status der Familie Komierowski. Angepasst an die Anordnung des Parks aus dem 19. Jahrhundert, wurde der Baumbestand aus dem 15. und 16. Jahrhundert durch neue Anpflanzungen von Bäumen und Einzelstücken aufgefüllt. In Verbindung mit dem Straßenmuster des Parks und dem Palast bauten sie den Hintergrund der malerischen Aussichtspunkte, die sowohl ausgewählte Ecke des Parks als auch den Park mit der umgebenden Landschaft verbinden. 

Die Hauptannahme der im Jahr 2016 begonnenen Revalorisierung ist die Wiederherstellung des Parkzustands wie in den Jahren seiner Pracht. Um die Erwartungen der Palastgäste zu erfüllen, werden auch neue Elemente aus einem kunstvollen Gartenstil hinzugefügt. Parkbrücken, Pavillons und Amphitheater bieten den Besuchern zusätzliche Aktivitäten am Busen der Natur.